Unantastbar erhebt sich der wuchtige Turm mitten auf dem Platz.
Jeder Stein ein Unikat mit eigener Geschichte.
Unterhalb wie Tupfer die Altstadt in einem bunten Mosaik.
Tauben mit ihren kleinen Köpfen auf dem kräftigen Rumpf überwachen alles.
Einige saugen gelassen Regenwasser von den Kupferblechen.
Andere kommen mit feinen Zweigen angeflogen, neuer Nachwuchs naht.
Unten auf dem Markt werden Buden aufgebaut.
Fahrende Händler hoffen auf erfreuliche Geschäfte.
Neugierige Frauen schlenkern mit ihren Körben.
Den Vögeln mit ihrem dicken Gefieder entgeht nichts vom lebhaften Handel.
Bei jedem Schritt wackeln die winzigen Köpfe vor und zurück.
Sie gurren fröhlich, wenn Händler und Käufer zufrieden auseinandergehen.
Nahezu unbemerkt sind dunkle Wolken aufgezogen.
Bedecken bedrohlich das gerade noch lebendige Treiben.
Ein unerwartet heftiger Sturm reißt alles mit sich fort.
Wie ein Wunder verschwindet der Schrecken genauso überraschend.
Mit ihren Flügeln klatschend, stürzen die Tauben in das Chaos.
Ohne die Beute zu zerteilen, wird der leckere Rest einfach verschluckt.
Tauben im Wind
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