Ein ansehnlicher Bogen überspannt den breiten Fluss.
Wie Elefantenfüße ruhen die Enden auf beiden Uferseiten.
Flatternde Sonnenstrahlen schimmern auf dem glatten Geländer.
So einfach könnte die Verbindung beider Stadtteile sein.
Am westlichen Ufer watscheln Bewohner wie Pinguine durch trostlose Architektur.
Gegenüber flanieren frohgelaunte Damen durch historische Gassen.
Kann das Kunstwerk aus Stahl und Beton die Gegensätze versöhnen?
Es war schon immer so, das Gegeneinander zu durchbrechen, wagt keiner.
Selbst die Natur muss Abstand wahren in diesem ungleichen Zwist.
Keinem starken Baum, keiner zarten Blume kann man hier begegnen.
Versteinert ziehen die Entzweiten aneinander vorbei.
Nur der Fluss schüttelt verzweifelt seine starke Strömung.
Am Abend lebt die Brücke auf.
Die gigantischen Träger dürfen pausieren.
Müssen die unerklärbare Last nicht weiter ertragen.
Verliebte Paare gönnen sich ganz allein das Vergnügen.
Spät in der Nacht stoppt ein Wagen mitten auf dem Scheitel.
Mutige Hände überwinden das Dunkel.
Am Morgen zieren bunte Plakate den höchsten Mast.
Einladung zum gemeinsamen Brückenfest steht dort geschrieben.
Übermütig atmet das imposante Bauwerk auf.
Nahezu unbemerkt scheint es zu schwanken.
Passanten bleiben stehen, schauen einander aufmerksam an.
Selbst die Aale auf ihrer unermüdlichen Wanderschaft halten kurz inne.
